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Arztbrief schreiben: Aufbau, Inhalt und Tipps für den Klinikalltag

Vom Briefkopf bis zur Epikrise: die Bestandteile eines guten Arztbriefs, die häufigsten Fehler – und wie der Brief per Diktat in Minuten statt Stunden entsteht.

Der Arztbrief ist das zentrale Kommunikationsmittel zwischen Klinik, Praxis und weiterbehandelnden Kollegen – und zugleich einer der größten Zeitfresser im ärztlichen Alltag. Gerade am Anfang der Weiterbildung kostet jeder Entlassbrief spürbar Zeit: Was gehört hinein, wie ausführlich muss es sein, und wie formuliert man eine Epikrise, die diesen Namen verdient?

Dieser Leitfaden fasst den bewährten Aufbau zusammen, zeigt die häufigsten Fehler – und den schnellsten Weg vom Diktat zum versandfertigen Brief.

Der Aufbau eines Arztbriefs: die acht Bestandteile

1

Briefkopf, Anrede und Patientendaten

Absender, Adressat (Hausarzt, mitbehandelnde Kollegen), Patientenidentifikation mit Geburtsdatum und Behandlungszeitraum. Eine persönliche Anrede gehört zum guten Ton.

2

Diagnosen

Hauptdiagnose zuerst, dann Nebendiagnosen – präzise und aktuell. Die Diagnoseliste ist das Erste, was der weiterbehandelnde Arzt liest; sie muss für sich allein verständlich sein.

3

Anamnese

Aufnahmegrund und relevante Vorgeschichte in wenigen Sätzen: aktuelle Beschwerden, Vorerkrankungen, Medikation bei Aufnahme, relevante Sozial- und Familienanamnese.

4

Untersuchungsbefunde

Aufnahmebefund und wesentliche Diagnostik (Labor, Bildgebung, Funktionsuntersuchungen). Nur das Relevante in den Fließtext – ausführliche Einzelbefunde gehören in die Anlage.

5

Therapie und Verlauf

Was wurde gemacht und wie hat der Patient reagiert? Operationen, medikamentöse Einstellung, Komplikationen und deren Management, Verlauf bis zur Entlassung.

6

Epikrise – die zusammenfassende Beurteilung

Das Herzstück des Briefs: die ärztliche Einordnung des Falls. Warum kam der Patient, was wurde festgestellt und entschieden, wie ist der Zustand bei Entlassung? Eine Synthese, keine Befund-Wiederholung.

7

Entlassmedikation

Vollständige Medikationsliste bei Entlassung – idealerweise mit Kennzeichnung, was neu angesetzt, geändert oder abgesetzt wurde, und warum. Medikationsänderungen ohne Begründung sind eine der häufigsten Fehlerquellen an der Schnittstelle zum Hausarzt.

8

Procedere und Empfehlungen

Konkrete nächste Schritte: Kontrolltermine, ausstehende Befunde, empfohlene Diagnostik, Verhaltensempfehlungen. Je konkreter, desto wertvoller für die Weiterbehandlung. Abschluss mit Grußformel.

Gut schreiben heißt: für den Empfänger schreiben

Der Adressat eines Arztbriefs ist fast immer ein Kollege unter Zeitdruck. Daraus folgt die wichtigste Stilregel: so kurz wie möglich, so vollständig wie nötig. Relevante Diagnosen, wesentliche Befunde, Therapieentscheidungen mit Begründung und ein klares Procedere zählen mehr als lückenlose Detailfülle – ausführliche Einzelbefunde gehören in die Anlage, nicht in den Fließtext.

Die Epikrise verdient dabei die meiste Sorgfalt: Sie ist kein Protokoll, sondern die ärztliche Beurteilung des Falls. Wer hier nur Befunde wiederholt, produziert lange Briefe ohne Mehrwert. Die Leitfrage: Was muss der weiterbehandelnde Kollege verstanden haben, um nahtlos übernehmen zu können?

Die häufigsten Fehler im Arztbrief

  • Die Epikrise wiederholt Befunde, statt den Fall zu beurteilen – der Brief wird lang, aber nicht informativ.
  • Medikationsänderungen ohne Begründung – der Hausarzt kann die Entscheidung nicht nachvollziehen.
  • Veraltete oder ungeprüfte Diagnoselisten aus dem KIS übernommen.
  • Floskeln statt Information („komplikationsloser Verlauf" ohne Kontext).
  • Der Brief kommt Tage nach dem Patienten an – für die nahtlose Weiterbehandlung zu spät.

Der Zeitfaktor: Arztbriefe diktieren statt tippen

Struktur und Stil entscheiden über die Qualität des Briefs – über die Zeit entscheidet der Arbeitsablauf. Der klassische Engpass ist das Tippen bzw. das Warten auf die Schreibkraft. Mit KI-gestützter Transkription sieht der Ablauf so aus:

1

Diktieren statt tippen

Direkt nach der Visite oder Entlassung diktieren – per Smartphone, Diktiergerät (auch DSS-Dateien) oder im Browser. Sprechen ist drei- bis viermal schneller als Tippen.

2

Hochladen oder per E-Mail senden

Aufnahme hochladen oder als E-Mail-Anhang senden. Die Übertragung ist verschlüsselt, die Verarbeitung erfolgt DSGVO-konform auf Servern in der EU.

3

KI-Transkription in Minuten

Die Spracherkennung wandelt das Diktat in formatierten Text um – auch mit medizinischer Fachterminologie. Kein Warten auf die Schreibkraft.

4

Prüfen, ergänzen, versenden

Rohtext ärztlich prüfen, in die Briefvorlage oder das KIS übernehmen, fertig. Aus dem 10-Minuten-Diktat wird ein versandfertiger Brief am selben Tag.

Häufige Fragen zum Arztbrief

Was gehört in einen Arztbrief?
Die etablierten Bestandteile sind: Patientendaten und Anrede, Diagnosen (Haupt- und Nebendiagnosen), Anamnese, Untersuchungsbefunde, Therapie und Verlauf, Epikrise (zusammenfassende Beurteilung), Entlassmedikation sowie Empfehlungen für die Weiterbehandlung. Nicht jeder Brief braucht alle Abschnitte in voller Länge – entscheidend ist, dass der weiterbehandelnde Kollege alles Relevante schnell erfasst.
Was ist die Epikrise im Arztbrief?
Die Epikrise ist die zusammenfassende ärztliche Beurteilung des Falls: Warum kam der Patient, was wurde festgestellt, wie wurde behandelt, wie ist der Zustand bei Entlassung und was folgt daraus? Sie ist eine Bewertung und Synthese – keine Wiederholung der Befunde – und für den weiterbehandelnden Arzt der wichtigste Teil des Briefs.
Wie lang sollte ein Arztbrief sein?
So kurz wie möglich, so vollständig wie nötig. Der Adressat ist meist ein Kollege unter Zeitdruck: Relevante Diagnosen, wesentliche Befunde, Therapieentscheidungen mit Begründung und klare Empfehlungen zählen mehr als Vollständigkeit im Detail. Ausführliche Befunde können als Anlage beigefügt werden.
Wie kann ich Arztbriefe schneller schreiben?
Der größte Hebel ist das Diktieren: Sprechen ist drei- bis viermal schneller als Tippen, und mit KI-Transkription entfällt auch das Warten auf die Schreibkraft. Diktat, Upload oder E-Mail-Versand, wenige Minuten später steht der formatierte Rohtext zur Korrektur bereit. Zusätzlich helfen Textbausteine für wiederkehrende Formulierungen.
Ist das Diktieren von Arztbriefen mit KI datenschutzkonform?
Ja, wenn der Anbieter die Anforderungen an die ärztliche Schweigepflicht (§ 203 StGB) und die DSGVO erfüllt: Verarbeitung ausschließlich auf Servern in der EU, Verschlüsselung bei Übertragung und Speicherung und eine DSGVO-konforme Auftragsverarbeitung. Bei US-Diensten ohne EU-Verarbeitung ist Zurückhaltung geboten.

Guter Brief, weniger Aufwand

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